Froude Interceptor

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Die Entstehung

Obwohl der Baubeginn der Galeere Froude Interceptor nicht ganz bis in Caesars Zeit zurückreicht, so liegt er mit dem Jahre 1991 doch bereits weit in der Vergangenheit.
Zwar waren Faserverbundwerkstoffe damals schon bekannt und Stahl in der Schiffbauindustrie bereits etabliert, doch kam für den Rumpf dieses historischen Tretboots nur Holz in Frage, wobei aus Gründen der Festigkeit und Dichtigkeit einige Glasfaser-Lagen im Kielbereich einlaminiert wurden.
Es ist leider nicht mehr bekannt, wie viele Hektar Nutzwald es für dieses pompöse Schlachtschiff zu roden galt, wohl aber, dass für den Tretrahmen ganze sieben Fahrräder ihr Leben lassen mussten.

Der Vortrieb

Den größten Unterschied zwischen Froude Interceptor und den anderen Schiffen der Tretbootflotte stellt jedoch ihr Antrieb dar: Paddel, was sonst!
Dabei treten die maximal drei Treter - wie beim Fahrradfahren üblich - in die Pedale. Zusätzliche Kurbeln übertragen die Drehbewegung der Kettenblätter in Paddelbewegungen der Riemen. Dabei sorgt ein Lenkmechanismus neben dem Ruder am Heck dafür, dass bei jeder Kurve stets die kurveninneren Paddel angehoben werden, wodurch sich Froude beinahe auf der Stelle drehen lässt. Der dafür nötige Kraftaufwand ist allerdings so groß, dass der Steuermann meist sowohl seine Arme als auch seine Beine braucht, um den Lenker zu drehen.

Das Refit

Nachdem sie nach der Tine-goes-to-Berlin-Tour im Jahr 2004 aufgrund des maroden Zustands - ohne schlechtem Gewissen oder der Absicht sie zu versenken - nicht mehr bewegt werden konnte, stand Froude Interceptor bis zum Herbst 2007 in den Tretboot-Hallen der HEYLIGEN FRAWE.
Just zu dieser Zeit beschlossen einige Lattenjünger, sich dem hölzernen Verschlag anzunehmen und Froude wieder seetüchtig zu bekommen.
Gedankt sei an dieser Stelle all jenen, deren Hilfe es zu verdanken ist, dass Froude Interceptor bereits zur IWR 2008 in Zagreb eine Renaissance erlebte und es dort zur ?zweiten Jungfernfahrt? kommen konnte.

Begonnen wurde beim Refit dort, wo es augenscheinlich am nötigsten war: am Rumpf.
Dieser wurde an der Unterseite abgeschliffen, an einigen Stellen mit Glasfasermatten abgedichtet und anschließend neu lackiert.
Im Anschluss daran erhielt Froude ein neues Kielschwein, welches es - mit Bolzen versehen - theoretisch erlaubt, den Tretrahmen aus dem Boot zu heben und einzeln zu transportieren. In Anbetracht des Lightshipweights von rund 140 Kilogramm zwar eine gute Idee, jedoch so aufwendig, dass wir bisher dennoch lieber versuchten für eine Wasserung genug Träger zu mobilisieren, anstelle den Rahmen auszubauen.
Etwas Gewicht konnte durch die Verwendung neuer Kunststoff- anstelle von Stahl-Kardangelenken trotzdem eingespart werden.

Das Ende

Trotz weiterer Restaurierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel ein neuer Holzanstrich an Deck und der Außenhaut, größeren Paddeln und einem neuen Tretrahmen, wurde Froude Interceptor im Jahre 2014 außer Dienst gestellt. Der Platz in der neuen, kleineren Werft wurde vor allem nach dem Hinzukommen von Reynolds dringend benötigt und genutzt wurde das edelste der Lattenboote so gut wie nie, denn das große Gewicht machte den Transport sehr aufwendig und das Fahren war inzwischen eher eine Qual, als ein Vergnügen.

Da sich unter den Lattenjüngern weder genügend Geld noch Wille abzeichnete, um das Boot mit einem erneuten umfangreichen Refit wieder fahrbar zu machen wurde es schließlich nach langer Ruhezeit abgewrackt.

Pläne für den noch vorhandenen traditionsreichen Rumpf sehen vor, diesen zu einem Sofa oder ähnlichem umzubauen, welches dann im renovierten Doppelboden seine letzte Ruhestätte finden könnte.

Tatsächlich erweist sich der Rumpf nach ein paar Umbauten vorläufig aber auch als unterhaltsames Paddel-Boot.

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